Nur so wie du, Herr Jesu

Am Vorabend des 6. November 2011 gab der Männerchor des Kirchenbezirkes Aue ein bewegendes Konzert - die perfekte Einstimmung auf den Gottesdienst für die Entschlafenen am nächsten Tag.

Erfahrungsgemäß sind die Männerchorkonzerte im Bezirk Aue beliebt und deshalb sehr gut besucht, wohl auch, weil sie nicht jedes Jahr dargeboten werden. So war gut beraten, wer sich diesmal rechtzeitig einen Sitzplatz „gesichert“ hatte. Und richtig, bereits lange vor Beginn des Singens war kaum noch ein Platz frei, war Zusammenrücken angesagt und es mussten zusätzliche Stühle aufgestellt werden.

Pünktlich 16:00 Uhr begannen die Sänger mit der schwungvollen Bitte „Lasst uns fröhlich Lieder singen“. Ja, gerne! Denn darauf hatten sich sicherlich alle gefreut. Mit Franz Schuberts „Heilig, heilig, heilig“ wurde dann das Thema des Konzerts aufgegriffen und in den folgenden Liedern fortgesetzt mit „Heilig sei dir jede Stelle“ und „Jesu, meiner Seele Freund“ bis zum tief zu Herzen gehenden „Nur so wie du, Herr Jesu“. Von diesen stark glaubensbezogenen Stücken ging der Liederbogen weiter mit bekannten und weniger bekannten Volksweisen. Zuvor erklang die Orgel mit der Fuge g-Moll von Altmeister J. S. Bach, eingeleitet als Kanon durch den Männerchor: „Meister Bach, wo kommt denn dieses Thema vor?“

Zwischen den einzelnen Vorträgen gab der Dirigent Frank Lindner den Zuhörern immer wieder Erklärungen zu den Liedern. So war es für sie einfach, zu verstehen, was Dichter und Komponisten mit ihren Werken ausdrücken wollten.

„Schon die Abendglocken klangen“ aus „Nachtlager von Granada“ von Conradin Kreutzer bildete den Abschluss des volkstümlichen Konzertabschnitts und leitete gleichzeitig den letzten Konzertteil ein. Hier erklangen Stücke tiefgehenden Gottvertrauens und freudiger Glaubenszuversicht. „Herzensstille“ ging wirklich ins Herz der Zuhörer. Die Solisten verstanden es virtuos, den Text musikalisch zu transportieren und jedes Herz zu erreichen. So waren auch nur wenige Gesten des Dirigenten notwendig beim „Auf dein Wort hin fahr ich aufs Meer hinaus“ – einer modernen Männerchorbearbeitung des Bibelwortes aus Lukas 5.

Ein schlichtes „Das ist jetzt schon das Schlusslied!“ vom Dirigenten und schon bildete „Preis und Anbetung“ in einem Männerchorsatz von Hermann Ober den furiosen und kraftvollen Abschluss des Konzerts. Als der letzte Ton verklungen war, gab es dann folgerichtig einen enormen Applaus. Keiner konnte dabei sitzen bleiben. Da der Männerchor nicht - wie gefordert - das ganze Konzert als Zugabe noch einmal vortragen wollte, wiederholten die Sänger das Arioso aus ‚Cantata con stromeni‘ aus der Feder von G. F. Händel – eines der emotionalen Höhepunkte des Konzerts.

Bilder: J.W. Text: D.T.