Golden Classics mit Classic Brass

Am 17. April hatte das Ensemble Classic Brass in der neuapostolischen Kirche Gotha ein Konzert gegeben. Am darauffolgenden Sonntag wiederholten die Musiker ihre "Golden Classics" im Erzgebirge und spielten sich schnell in die Herzen der Zuhörer.

Was auf den ersten Blick wie ein Wortspiel aussieht, entpuppte sich als Blechblasmusik vom Allerfeinsten. Nachdem das Ensemble um Trompeter Jürgen Gröblehner bereits am Samstag, dem 17. April 2010, in der neuapostolischen Kirche Gotha die Zuhörer begeistert hatte, spielten die 5 Musiker am Sonntag, dem 25. April 2010, in der neuapostolischen Kirche Aue. Zu beiden Konzerten kamen jeweils rund 150 Zuhörer, die sich diesen Ohrenschmaus nicht entgehen lassen wollten. "Wir von Classic Brass wollen etwas gegen den Strom schwimmen" so Jürgen Gröblehner, der dieses Ensemble im Herbst 2009 gründete. Seitdem haben die 5 jungen Musiker - 4 Männer und, wie Gröblehner sagte, 1 Königin - etwa 50 Konzerte gespielt. Es sind ausgesuchte und erfahrene Musiker, die ihr Hobby wohl zum Beruf gemacht haben. Man merkt es einem jeden Einzelnen an - die Musik bestimmt ihr Leben.

Ihr Programm umfaßt gleichermaßen klassische Werke und moderne Stücke. Natürlich gehören auch Volkslieder und Traditionals zu ihrem Repertoire. Angst vor großen Namen ist nicht zu verspüren und so erklang gleich nach "Canzon" von Giovanni Gabrieli die "Suite in D-Dur" von Georg Friedrich Händel in 5 Sätzen. Eindrucksvoll danach der bekannte Choral von Johann Sebastian Bach "Jesus bleibet meine Freude", ein Stück, welches tief zu Herzen geht. Danach folgten zwei Stücke des Komponisten Henry Purcell, der viele Werke speziell für Blechbläser geschrieben hat, und anschließend waren die Musiker bei Edvard Griegs "Suite for Brass Quintett" gefordert. Doch die Musiker spielten die anspruchsvollen Stücke mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Ein furioser 1. Teil des Konzerts war vorüber.

In der Pause bewirteten die Berufsmusiker ihre Gäste im Vorraum der Kirche am Getränke-Buffet. Dabei ergaben sich persönliche Gespräche und die Musiker bekamen einen ersten Eindruck, wie ihr Spiel den Zuhörern gefiel. Natürlich wurden auch Autogrammwünsche erfüllt.

Der 2. Teil begann mit "Sonata", einem Bänkelsängerlied. Bach’s "Kleine Fuge in g-moll", eigentlich als Orgelstück komponiert, ließ die beiden Trompeter zu Höchstform auflaufen. Die wundervolle Echo-Intonierung zwischen Trompeten und Horn "Galliarda Battaglia" des deutschen Organisten und Komponisten Samuel Scheidt kam in der hohen Kirche in Aue besonders gut zur Geltung. Auch die leisen Töne fanden den Weg zum Ohr. Märchenhaft ging es mit Ausschnitten aus der romantischen Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck weiter. Nicht nur die erstaunlich vielen Kinder im Publikum fühlten sich vielleicht in die Weihnachtszeit versetzt. Classic Brass will eben "…gegen den Strom schwimmen".

Nachdem Jürgen Gröblehner die einzelnen Musiker während des Konzertes persönlich in wenigen Worten vorstellte, sollte dies nun Prinzipal Paolo Fazio mit dem Ensemble-Gründer tun. Aber aus wenigen Worten entwickelte sich ein kurzweiliger Smalltalk, der die Zuhörer zunehmend amüsierte. Immer wieder vom Thema abweichend, hatten die Musiker damit Gelegenheit, Kraft für die letzten Stücke zu sammeln.

Aus Ibsens Drama "Peer Gynt" von Edvard Grieg erklang "In der Halle des Bergkönigs". Ganz leise beginnend schwoll die Lautstärke nach und nach zu einem machtvollen Klang an. Was die Profis aus ihren Instrumenten an Fülle hervorzauberten, war unglaublich. Mit dem Traditional "Joshua fit the Battle of Jericho", das angenehm swingend zum Mitwippen einlud, war das Programm nach gut 2 Stunden eigentlich zu Ende. Aber es wurden noch 2 Zugaben gefordert, die die Musiker sehr gern erfüllten. Als letztes Lied erklang "Kein schöner Land in dieser Zeit", extra arrangiert in 2 Sätzen. Ganz überraschend sangen die 5 Musiker die 3. Strophe a capella und zeigten damit, daß sie nicht nur hervorragend blasen, sondern auch einwandfrei singen können.

Text und Bilder: D.T.

Eindrücke vom Konzert in Aue: