Christus sorgt für dich und für mich! - Kindergott

Am Sonntagvormittag diente Bischof Thomas Matthes in der Kirche Aue den Kindern der Kirchenbezirke Aue und Zwickau. Grundlage der Predigt war die Speisung der Fünftausend, ein Wunder Jesu. Am Vortag hatten die Kinder des Bezirkes Aue in Eibenstock ihren diesjährigen Kindertag erlebt.

"Christus schickt niemanden weg, er sorgt für dich und für mich!" - Diesen Satz stellte Bischof Thomas Matthes in den Mittelpunkt des Kindergottesdienstes am Sonntag, 30. August 2009 in Aue. Eingeladen waren die Kinder der Bezirke Aue und Zwickau.

Thema des Gottesdienstes war das Wunder Jesu, als dieser mit wenigen Broten und Fischen 5.000 Mann speiste und alle satt wurden. Damit dieses Wunder geschehen konnte, musste eine Verbindung zum Himmel geschaffen werden: Das erfolgte, indem Jesus die vorhandenen fünf Brote und zwei Fische nahm und dafür dankte. In anschaulichen Bildern erklärte der Bischof den Kindern das damalige Geschehen und brachte es mit unserer heutigen Zeit in Verbindung. Den Kindern war bereits im Vorfeld des Gottesdienstes das Thema mitgeteilt worden. So hatten sie sich vorbereiten können und folgten nun aufmerksam der Predigt.

Bereits am Vortag hatten sich die Kinder des Bezirkes Aue auf dem Sportgelände der Auersberghalle in Eibenstock zu ihrem diesjährigen Kindertag getroffen. Zu Beginn hatten sich alle um einen riesigen Baum versammelt, herbeigerufen vom lauten Pfiff aus der Trillerpfeife von Priester Mike Dietel, dem Bezirksbeauftragten für die Kinder. Nach dem Gebet mit Bitten um Freude, Engelschutz und schönes Wetter hatte der Nachmittag mit einem gemeinsamen Lied begonnen und danach war es richtig losgegangen. Im Folgenden nun ein kurzer Abriss des abwechslungsreichen Nachmittags:

Schon eine Zeitlang vorher wurden mehrere Gruppen gebildet und jeder Gruppe eine spezielle Aufgabe gegeben. Die Kinder aus Aue, Schwarzenberg und Zwönitz sollten herausfinden, wie ein Brot entsteht. Darum hatten sie bereits ein paar Tage vorher einen Bäckermeister in Lauter besucht, der mit viel Freude den Kindern seinen anstrengenden Beruf zeigte. Die Kinder hatten aufgepasst, wie der Teig vorbereitet, das Brot geformt und in den Backofen geschoben und schließlich knusprig und duftend wieder aus dem Backofen herausgezogen wird. Jeder hatte ein kleines Brot mit nach Hause bekommen und manch einer hatte schon mal heimlich am Brot abgebissen.

Die Vielfalt des Brotes darzustellen, war die Aufgabe der Kinder aus Schönheide und Stützengrün. Eine Weltkarte, umrahmt von Fotos verschiedenster Brotformen und -arten, bildete den Hintergrund und davor lagen verschiedene Brote und Brötchen, dazu einige Getreidekörner. Das Ganze zeigte, das zwar überall auf der Welt Brot gegessen wird, aber jeder Erdteil seine speziellen Brotsorten und -formen hat.

Brot ist ein Grundnahrungsmittel. Welche Zutaten notwendig sind, wie sie aussehen und wo sie herkommen, hatten die Kinder aus Aue-Neudörfel vorbereitet. Mit viel Eifer waren sie bei der Sache und konnten feststellen, dass das tägliche Brot keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Speisung der Fünftausend, das Wunder Jesu, stellten die Kinder aus Eibenstock, Carlsfeld und Johanngeorgenstadt vor. Mit selbst gebastelten und bemalten Gipsfiguren wurde eine eindrucksvolle Landschaft gestaltet. Das damalige Geschehen erschien plötzlich sehr lebendig, man fühlte sich mittendrin.

Für die Schneeberger und Zschorlauer Kinder bedeutete die Aufgabe, geistiges Brot und Speise für die Seele zu veranschaulichen, keine Schwierigkeit. Sie hatten Steine gesammelt und einen Brandopferaltar gebildet. Daneben bauten sie einen Altar, wie er heute in den Kirchen zu sehen ist. Auf einem Plakat zeigten die Kinder, dass Geld und materieller Reichtum eher nicht Seelenspeise ist, und dass von Gott gehört zu werden oder Freunde zu haben, zufrieden und glücklich sein lässt.

Ähnlich haben die Kinder aus Rothenkirchen ihre Plakate gestaltet. In der Gegenüberstellung von Armut und Überfluss wiesen sie darauf hin, dass es leider auch heute noch viel zu viele Länder gibt, wo Menschen, und besonders Kinder, Hunger leiden müssen. Viele Fotos aus der afrikanischen Partnergemeinde in Kenia belegen diese Tatsache.

Anschließend musste sich aber auch mal richtig ausgetobt werden. An verschiedenen Stationen hieß es Geschicklichkeit, Treffsicherheit oder auch Schnelligkeit zu beweisen. In der Hüpfburg herrschte meistens Hochbetrieb und die Tischtennisplatten waren ebenfalls sehr gefragt. Die größeren Jungs spielten auf dem Fußballplatz, während die Mädchen lieber in der Halle Basketball spielten. Großen Andrang gab es jedoch immer, wenn die Feuerwehr mit Blaulicht um die Ecke bog und mit Kleinen und Großen eine Runde drehte. Zwischendurch konnte sich jeder an selbstgebackenem Kuchen und anderen Leckereien stärken.

Aber eine Überraschung folgte noch. Für jedes Kind war ein weißes T-Shirt vorbereitet, das jeder nach seinem Geschmack mit Textilmalstiften bemalen konnte. Da entstanden sogar richtig tolle Kunstwerke. Natürlich zogen die Kinder ihr T-Shirt voller Stolz dann auch zum Kindergottesdienst am Sonntag an.

Nach dem Gottesdienst nahm sich Bischof Matthes noch sehr viel Zeit, um mit den Kindern zusammen zu sein. Er bewunderte die Exponate der einzelnen Gruppen und unterhielt sich mit den Kindern darüber. Geduldig erfüllte er den Wunsch vieler Kinder, auf ihrem T-Shirt zu unterschrieben. In den Kinderaugen konnte man sehen, wie glücklich sie darüber waren.

Viel zu schnell verging das Zusammensein. Noch schnell ein Stück Kuchen gegessen oder ein frisch geschmiertes Speckfettbrot und schon hieß es Abschied nehmen. Nach Hause ging es nun mit vielen tollen Eindrücken, die sofort Mutti und Vati erzählt werden mussten.

Text: D.T. / Fotos: M.D., A.F., C.B., D.T.

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